… beim Cologne SMART am SA 03.09.2011
Der Wecker geht um 04:50. Eigentlich ja eine unchristliche Zeit an einem Samstag. Vor 14 Tagen ging er sogar schon um 04:00. Beide Male war er für den Sport gestellt. Ich glaube viel mehr gute Gründe an einem Wochenend-Morgen vor 06:30 auf zu stehen gibt es auch nicht wirklich.
Raus aus den Federn, Kaffee kochen und dann nochmal genau checken ob auch alles was mit muss, was mit soll in der Curver-Kiste, die kommt mit in die Wechselzone, oder der Sporttasche, die bleibt im Auto, ist.
Ist es! GUT ![]()
Nächster Schritt Stulle schmieren und frühstücken. Mit leerem Magen sportet es sich morgens nur bedingt gut. Habe ich letztens noch bei einem langen Lauf leidig erfahren dürfen. Mehr als 10km Laufen (oder andere Betätigungen im Bereich bis zu 1h) brauchen einfach eine solide Grundlage. Eine Pastaschlacht wie vor dem Nürburgring-Lauf veranstalte ich dennoch nicht. Ist ja ‘nur’ die Volksdistanz beim Colonge Triathlon Weekend. Und mit 1kg Pasta im Bauch um 10:00 ins Wasser zu gehen ist wahrscheinlich auch nicht das Gelbe vom Ei. Also 2 Vollkornbrote, noch einen Kaffee und dann RED in den Wagen laden.
Um kurz nach 06:00 geht es los. Erst noch Tanken und 2 Twix mit genommen, dann ab auf die BAB. Um diese Uhrzeit fahre ich echt gerne Auto. Da ist die Welt noch in Ordnung, da hat man Platz da hetzt einen keiner. Und dann geht auch noch die Sonne auf und man denkt nur ‘HACH – was für ein toller Tag!’
A52 und A3 sind beide frei. Kreuz Leverkusen erreiche ich noch vor 07:00 und die Regattabahn in Köln Niehl um kurz nach 07:00. Erinnerungen werden wach. Das letzte Mal das ich hier war ist 23 Jahre her. Damals wurde ich noch gefahren weil meine Führerscheinprüfung erst ein paar Tage später an stand. Damals war ich auch wegen des Sports in Köln. Rudern – Deutsche Jugendmeisterschaften, Ich im Leichtgewichts Doppelvierer. Aber das ist eine andere Geschichte
Parkplatzsuche geht auch reibungslos. Und wo der Veranstalter im Internet noch mehrfach ausdrücklich darauf hingewiesen hat das man die 2,50€ Tagesgebühr für den Parkplatz doch bitte passend bereithalten soll steht an diesem Samstag nicht mal wer rum dem man die in die Hand drücken könnte. Mir soll es recht sein.
Schattenparken ist angesagt. Und dann erst mal Eindrücke einsickern lassen.
Ich kann das kaum beschreiben wie das ist, wie sich das anfühlt wenn man dann am Tag-X am Wettkampfort angekommen ist. Alle Überlegungen, Vorbereitungen auf diesen Tag hin akkumulieren sich an diesem Ort. Ich finde das aufregend, prickelnd. Und entgegen vielen anderen Events bei denen ich in der Gruppe oder zumindest nicht ganz alleine anreise bin ich gerade alleine unterwegs. Ich mein Sport, mein Ziel für diesen Tag – alles meins – es fühlt sich toll an. Ich gehe gemächlich irgendwie in Richtung der Startnummernausgabe, der Wechselzone. Noch fühlt sich der Wettkampfort verschlafen an. Kaum wer ist unterwegs, die Stände der Triathlonmesse sind alle noch verhangen und nur am Helfer-Cafe ist ein Hauch von Betriebsamkeit zu verspühren. Dort muß ich dann auch durch um meine Startunterlagen in Empfang zu nehmen. Der Schlüssel für die eigentliche Eingangstür zum Wettkampfbüro ist noch nicht da ![]()
Der Inhalt des Kleiderbeutels ist überschaubar. Die üblichen Flyer und ein Sattelschoner.
Den bekommt Leischen!
Nächster Step – Strecke kucken! Runter zum Schwimmeinstieg und dann Regattabahnfeeling genießen. Bin halt in meinem Herzen immer noch Ruderer.
Das Wasser ist Kristall klar. Später wird die offizielle Temperaturmessung 22° Wassertemperatur ergeben. Also kein Neo-Verbot. Das paßt mir ganz gut in den Kram. Ich mag ja den zusätzlichen Auftrieb den der Neo einem gibt. Im Becken zu schwimmen ohne Neo ist OK. Im Freiwasser kann ich mir das bisher nicht ganz vorstellen.
Ich schlendere zurück zum Parkplatz. An der Wechselzone ist jetzt auch der Bike Check In offen. Laut Internet hätte er das schon um 07:00 sein sollen.
RED und alle anderen Klamotten werden ausgepackt, zusammen gebaut und für den Wettkampf final umsortiert. Dann raus aus der Jeans und rein in die Laufhose. Einen Triahtlon Einteiler habe ich immer noch nicht. Ich finde den braucht es auch für die 1-2 mal im Jahr das ich einen Triathlon bestreite nicht zwingen. Radhose unter dem Shorty geht immer. Weil nach spätestens 2km auf dem Rad ist die dann auch trocken.
Einen Kaffee hätte ich jetzt echt gerne noch! Ist aber offensichtlich mit kurz nach 08:00 immer noch zu früh. Ich Checke ein. Rad ist OK, Helm ist es auch. Keine Beanstandungen. Der Teilnehmer vor mir muss sich da hingegen von seiner HURA-Tüte (Zeitfahrhelm) trennen. Die ist innen beschädigt und darf daher nicht genutzt werden. Ich hoffe für ihn das ihm das nicht einen Mentalen Knacks verpaßt. Für >8.000€ Equipment dabei und dann fallen alleine mit dem Helm schon gut 250€ aus der Rechnung. Damit ist der erste Platz für das teuerste Rad, die umfangreichste technische Ausstattung wohl kaum mehr zu gewinnen.
RED einparken, Shorty aufhängen Stimmung genießen. DIXI Klo benutzen – HEY das ist ein Ritual! Ohne das geht jeder Wettkampf in die Hose. Und dann nochmal kurz einen Abstecher in die Twitter Timeline machen. Weil eigentlich stünde heute ja um 09:00 nicht Warten auf die Wettkampfbesprechung auf dem Plan sondern Schwimmen mit @Apostelwandern im Rahmen des wöchentlichen #tmf.
Die Zeit vergeht wie im Flug. ‘Vielleicht doch noch mal nach einem Kaffee scouten gehen?!’
STUTZ – INNE HALT – NACHDENK …. ‘Morgen Herr Börnsen’ – ‘Morgen Herr Krömann’
Ja die Welt ist klein. Insgeheim bin ich ja schon davon ausgegangen das ich wen treffen würde den ich kenne. Aber das es diesmal mit Jörg Börnsen ein ehemaliger Arbeitskollege aus Duisburg ist, aus einer Zeit als die TARGO noch CITI Bank hieß überrascht mit dann doch. Überrascht mich mit Freuden. Und im Handumdrehen ist die Zeit mit Quatschen vertan. Es wird 09:30 und wir gehen zur Wettkampfbesprechung.
09:50 – ab ins Wasser! Ja 22° sind es. Ist nicht mal wirklich viel kälter als das Wasser im SZ Rüttenscheid. Ich glaube das hat Samstags immer 24°.
Ganz schön voll im Wasser! Jetzt verstehe ich auch warum in 2 Gruppen gestartet wird. Bei über das Wochenende verteilt gut 4.000 Teilnehmern entfällt erfahrungsgemäß der größte Teil auf die Volksdistanz (SMART) und den Olympischen Triathlon. Geschätzt dürften sich da gerade 500 Triathleten im Wasser getummelt habe.
10:00 Startschuß und LOS – Ich sollte in Zukunft regelmäßig im nicht ab geketteten Bereich des SZ Rüttenscheid schwimmen. Auch auf die Gefahr hin das ich des Beckens verwiesen werde. Aber nur dort kann man das Durcheinander das Hin und Her das ewige Ausweichen das ‘wessen Fuß habe ich denn nun in der Hand und ist das überhaupt ein Fuß?’ auch mal simulieren. Massenstarts im Freigewässer haben halt ihre eigenen Regeln. Bahnen schwimmen im Becken ist dagegen perfekte Ordnung. Und ja – 500 Schwimmer die gleichzeitig irgendwie in die gleiche Richtung schwimmen verursachen reichlich hohe Wellen.
Bis zum Erreichen der Wendeboje bin ich satt – gefühlt habe ich bis dahin 3 Hechte, einen Wal und unzählig viel anderes Zeugs im Mund gehabt. Aber so ist das nun mal. Wer nicht ganz vorne schwimmt, und da werde ich mich sicherlich in diesem Leben nicht mehr einfinden, hat halt mit Kabbelwasser und mit ganz vielen anderen Teilnehmern zu kämpfen.
Unter dem Strich bin ich aber mit meiner Schwimmleistung mehr als zufrieden. Auch wenn ich die letzten 300m von Freistiel wieder auf Brustschwimmen umgestellt habe um besser sehen und freier Atmen zu können ist eine 14er Zeit für 700m mit fliegendem Start im offenen Gewässer etwas was mich mit Freude erfüllt.
Die ganz richtige Freude kommt dann auf als ich aus dem Wasser raus bin. Fester Boden unter den noch wackeligen Beinen.
Aber es ist warm! Im Wasser merkt man die Sonneneinstrahlung und die Lufttemperatur nicht so sehr. Beim Sprint in die Wechselzone schon.
Neo aus, Shirt an, rein in die Radschuhe, Helm auf, Sonnenbrille ins Gesicht und *klacklacklack* mit RED aus der Wechselzone gerannt. Die Stoppuhr sagt 19″ seit dem Start als ich die Wechselzone verlasse.
‘UPS’ – ich hätte vielleicht doch mal eine Installationsrunde mit RED drehen sollen. Der Lenker sitzt leicht nach Links verdreht über dem Vorderrad und die Einstellung der Ellenbogenauflagen sollte ich auch noch mal überdenken. EGAL – für solche Überlegungen ist es jetzt eindeutig zu spät.
Die 24km Strecke a 2 Runden auf der Industrie Straße ist klasse. Lange geraden, wenig Profil und hier und dort auch mal Schatten.
Am Ende der ersten Runde gibt es einen Verpflegungstand – COOL – jetzt macht es sich richtig bezahlt das ich am Vortag noch den Getränkehalter montiert habe. Auf Zuruf ‘NICHT SO HOCH’ werden die Getränke dann auch so an gereicht das man sie im Vorbeifahren aufnehmen kann. Wer bitte stellt 2m Menschen an die Radstrecke wo alle auf ihren Triathlonaufbau gekauert möglichst flach auf dem Rad kauern?!
Nächste Runde – die Beine kurbeln einfach nur und der Kopf schaltet ab. Ich mag das
2. Wechsel
Kaum bin ich vom Rad runter merke ich was mir der Fahrtwind bisher gnädigst verschwiegen hat. Es ist WARM!! Dachte ich bis gerade noch ‘och so richtig viel schwitzt du ja gar nicht’ rinnt es mir nun doch in strömen aus allen Poren! Startnummer vom Rücken auf den Bauch gedreht und die Schuhe gewechselt. Und ab dafür!
‘Nur nicht überpacen! – LOCKER Traben! So wie bei den langen Einheiten zuletzt auch immer. Verlass dich nicht auf dein Gefühl – Tempogefühl hast du nach der Radrunde eh erst nach dem 2. Kilometer’ Und bis zum 2. Kilometer komme ich auch laufend noch. Gut den einen knackigen Anstieg gehe ich hoch. Macht ja auch Sinn. Der würde sonst nur in den Waden ziehen und 150m gehen ruiniert mir auch nicht die Zeit. ‘kann mal wer ein paar Wolken herbei zaubern und leichen Nieselregen einsetzen lassen?’ Mein Wunsch wird nicht erhört. Mit der Sonne im Rücken sehe ich wild aus. Alle Haare stehen zauselig in x verschiedene Richtungen ab. Sagte ich schon das ich kein Hitzeläufer bin? Ab 2km kommen Gehpausen auch ohne Anstiege dazu. Es wird hart! Dann mal einfach einen Versuch etwas federnder und wenig schluffig zu laufen – das geht etwas besser. Die Laufanteile werden wieder größer.
Die letzten 1,5km kann ich gar am Stück durch laufen. Dann das Ziel.
Hangestoppt 2:01:17 – nicht berauschend aber angekommen. Die offizielle Messung ergibt 2:01:18.
Erdinger! Wer meint alkoholfreies Erdinger schmeckt nicht der irrt! Zum einen schmeckt es und zum anderen schmeckt es nach einem Triathlon einfach HIMMLISCH!


















die anderen letzten 5